Fotodrohne – Knoff hoff

Fotodrohne
Wer als Fotograf schöne Aufnahmen nicht nur erdeben machen möchte, der kauft sich eine Fotodrohne.
Doch was muss man dafür wissen ? Was beachten usw. ?

Fang wir damit an, dass man drei Dinge beim Kauf einer solchen Fotodrohne beachten sollte:

  • GPS-Unterstützung
  • ein 3-Achsen-Gimbal
  • offizielle EU-Zertifizierung (C0–C2)

Wie und wo macht man einen Drohnenführerschein ?

Den kleinen Drohnenführerschein A1 / A3 macht man beim Luftfahrtbundesamt (Registrierung, Lernen und Prüfung)
Den größen Führerschein A2, für den die Scheine A1/A3 als Nachweis im Besitz sein sollten, kann man bei vom LBA benannten Prüfstellen machen.

Die einzelnen Klassen spezifizieren sich folgendermaßen:

1. Unterkategorie A1

  • Der Fokus: Geringes Risiko durch sehr leichte Fluggeräte.
  • Flugbereich: Sie dürfen in der Regel in der Nähe von Personen fliegen. Sollte unerwartet eine unbeteiligte Person überflogen werden, muss dieser Überflug sofort beendet werden. Das Fliegen über Menschenansammlungen (z. B. Konzerte, Demos, Strände) ist strikt verboten. [1, 2]

2. Unterkategorie A2

  • Der Fokus: Mittleres Risiko mit mittelschweren Drohnen (z. B. DJI Mavic Pro/3er-Serie ohne C1-Zertifizierung).
  • Flugbereich: Sie dürfen in städtischen Gebieten fliegen, müssen aber zwingend Abstand zu unbeteiligten Menschen einhalten (30-Meter-Regel). Für diese Kategorie reicht der kleine Onlinetest nicht aus; Sie müssen das EU-Fernpilotenzeugnis A2 über eine zertifizierte Prüfstelle absolvieren. [1, 2, 3]

3. Unterkategorie A3

  • Der Fokus: Höheres Risiko durch schwere Geräte oder Drohnen ohne offizielle C-Klassifizierung.
  • Flugbereich: Es gilt die Faustformel „Fliegen auf der grünen Wiese“. Sie müssen sicherstellen, dass sich im gesamten Flugbereich keine unbeteiligten Personen aufhalten und der 150-Meter-Abstand zu jeglicher Bebauung eingehalten wird. [1, 2, 3, 4, 5]
    Hinweis: Unabhängig von der Führerscheinklasse benötigt fast jede Drohne in Deutschland eine Haftpflichtversicherung und der Betreiber muss sich beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren.

Wichtig vor dem ersten Flug mit einer Fotodrohne ist die Drohnenhaftpflichtversicherung. Eine Drohnenhaftpflichtversicherung ist in Deutschland für jede Drohne gesetzlich vorgeschrieben, schützt vor finanziellen Folgen bei Personen- oder Sachschäden, und kostet für den privaten Gebrauch meist zwischen 35 € und 70 € pro Jahr. Laut EU-Recht gilt die Versicherungspflicht unabhängig vom Gewicht des Fluggeräts – also auch für leichte Modelle unter 250 Gramm.

Gesetzliche Vorgaben und Schutz

Versicherungspflicht:
In Deutschland muss jedes unbemannte Luftfahrzeug haftpflichtversichert sein, da die normale Privathaftpflicht Schäden durch Motorluftfahrzeuge oft ausschließt.

Mindestdeckung: Der Gesetzgeber verlangt eine Mindestsumme von einer Million Euro.

Schadensarten: Die Police zahlt für Personenschäden (wie Verletzungen nach einem Absturz) und Sachschäden (wie Beschädigungen an Autos oder Häusern)

Möglichkeiten der Absicherung

Privathaftpflicht-Inklusion: Manchmal ist der Betrieb kleinerer Drohnen (oft bis 5 kg oder unter 250 g) in neueren Tarifen der Allianz oder anderer Anbieter enthalten. Dies muss explizit in den Bedingungen stehen.

Separatversicherung: Hobbypiloten können eigenständige Policen abschließen, zum Beispiel über helden.de oder Getsafe.

Gewerbliche Nutzung: Wer die Drohne für berufliche Zwecke einsetzt, benötigt einen speziellen, meist teureren Gewerbetarif

Tipp: Prüfen Sie die Police ihrer Privathaftpflichtversicherung, ob ein passender Drohnenschutz enthalten ist.


Namhafte Anbieter von Fotodrohnen sind
:

Hersteller Hauptfokus / Bekannte Serien Zielgruppe Besonderheiten Official Link
DJI Mini-Serie, Mavic, Air, Avata Einsteiger bis Profis Weltweiter Marktführer (>70%), extrem stabiler Flug, hervorragende Kameras. DJI Website
Autel Robotics EVO Nano, EVO Lite, EVO II Ambitionierte Hobbypiloten & Profis Stärkster DJI-Konkurrent, kein herstellerseitiges Geofencing (Flugverbotszonen). Autel Robotics
Potensic Atom-Serie (z.B. Atom SE) Einsteiger & Sparfüchse Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei Modellen unter 250 Gramm. Potensic Store
Parrot Anafi USA, Anafi AI Behörden, Industrie, Rettungskräfte Französischer Hersteller, komplett auf Profi- und Sicherheitsanwendungen fokussiert. Parrot Website
Holy Stone HS-Serien (z.B. HS720) Anfänger & Kinder Preiswerte Spielzeug- und Einstiegsdrohnen zum Üben. Holy Stone
Yuneec Typhoon, H-Serie (Hexacopter) Semi-Profis & Industrie Bekannt für Drohnen mit 6 Rotoren (Ausfallsicherheit) und Thermo-Kameras. Yuneec Website
BetaFPV Cetus, Pavo (FPV-Drohnen) FPV-Piloten & Racer Spezialist für rasante Flüge mit Videobrille („Tiny Whoops“) und Renndrohnen. BetaFPV Store

„No Goes“ bei Fotodrohnen:

Auf Portalen wie Amazon, AliExpress oder Temu finden sich oft Angebote mit Versprechungen wie „4K-Kamera, GPS & Hinderniserkennung für nur 50 €“. Das Problem ist hierbei, dass die Bildqualität oft extrem schlecht ist. Es handelt sich meist um billige Webcam-Sensoren ohne mechanische Stabilisierung. Zudem „schmieren“ diese Leichtgewichte schon beim kleinsten Windhauch ab. Das Geld ist bei solchen Gerätschaften fast immer zum Fenster herausgeworfen und der der Frustfaktor ist häufig groß.

Drohnen ohne mechanische Gimbal, welche Häufig entweder fest verbaute Kameras oder nur eine elektronische Bildstabilisierung mit sich bringen, liefern häufig stark verwackelte, schiefe oder unscharfe (matschig/verpixelte) Fotos. Finger weg!

Veraltete Modelle ohne EU-Drohnenklasse, die sogenannte C-Klassenzertifizierung (C0, C1, C2 usw.), bringen das Problem mit sich, dass man damit mindestens 150 Meter Abstand zu Wohn-, Gewerbe- und Erholungsgebieten halten und Personen etc. nicht einmal annähernd überfliegen darf.

FPV-Drohnen (First Person View): Diese sind genial für rasante, dynamische Video-Action aus der Ich-Perspektive. Für ruhige Landschaftsfotos oder gut ausgerichtete Architekturaufnahmen sind sie jedoch extrem schwer zu steuern und ungeeignet.

Kamera-Spielzeuge: Drohnen ohne GPS bleiben nicht stabil auf der Stelle stehen, sobald man die Controller-Sticks loslässt. Sie treiben ab, was saubere Fotos unmöglich macht.

Rechtliches & Vorbereitung (Bevor es in die Luft geht):

  • e-ID anbringen: Deine vom Luftfahrt-Bundesamt erhaltene Betreiber-Nummer (e-ID) musst du feuerfest und lesbar auf der Drohne anbringen (z. B. mit einem kleinen gedruckten Aufkleber). Eine Registrierung ohne Nummer reicht nicht.
  • Maximale Flughöhe: In der EU gilt grundsätzlich eine maximale Flughöhe von 120 Metern über Grund. Halte dich unbedingt daran – kommerzieller Flugverkehr (oder Hubschrauber) fliegt oft tiefer, als man denkt.
  • Sichtweite: Die Drohne muss sich tagsüber immer in deiner ständigen Sichtweite befinden (Visual Line of Sight, VLOS). Du darfst sie also nicht nur über eine Videobrille oder eine App steuern, ohne den Kopter selbst im Blick zu haben.

2. Wo darf man fliegen? (Apps nutzen!)
Fliege niemals „blind“. Es gibt in Deutschland und der EU viele Verbotszonen (Natur- und Vogelschutzgebiete, in der Nähe von Flughäfen, Autobahnen, Krankenhäusern oder über Wohngrundstücken ohne Einverständnis).

  • Hilfreiche Apps: Nutze Apps wie Dronespace (von DFS und Droniq) oder Map2Fly, um tagesaktuell zu sehen, in welcher Zone du fliegst und ob es Einschränkungen gibt.

3. Datenschutz und Privatsphäre (Sehr wichtig in Deutschland!)

  • Keine fremden Grundstücke filmen: Auch wenn es verlockend ist, über Nachbargrundstücke oder Gärten zu fliegen – das Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild gelten auch aus der Luft.
  • Menschenansammlungen: Überfliege niemals unbeteiligte Menschenansammlungen (z. B. Konzerte, Strände, große Parks mit vielen Leuten). Das ist je nach Drohnenklasse streng verboten oder stark reglementiert.
  • Beachte immer das Recht am eigenen Bild

4. Technische Tipps für den Flug

  • Vor dem Start kalibrieren: Mach es dir zur Gewohnheit, vor jedem Flug den Kompass und den GPS-Empfang zu checken (macht die App meist automatisch). Das schützt vor plötzlichen Drift-Fehlern.
  • Rückkehrpunkt (Return-to-Home) prüfen: Achte vor dem Start immer darauf, ob der Startpunkt als Home-Punkt korrekt gespeichert wurde. Wenn die Verbindung abbricht oder der Akku leer wird, fliegt die Drohne genau dorthin zurück.
  • Den Akku im Auge behalten: Fliege nie bis zum letzten Prozent. Starte den Rückflug spätestens bei 30 % Akkustand, damit genug Puffer für Gegenwind oder unerwartete Hindernisse auf dem Rückweg bleibt.

Wo darf man eigentlich fliegen ?

Einfach „auf gut Glück“ loszufliegen, kann schnell mal teuer werden, da es streng geregelte Geozonen (Flugbeschränkungsgebiete) gibt.
1. Das beste Tool: Die dipul-Karte
Die offiziellste und verlässlichste Anlaufstelle in Deutschland ist das Portal dipul (Digitale Plattform Unbemannte Luftfahrt vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr).

  • Webseite: dipul.de
  • Funktion: Du findest dort ein interaktives Map Tool. Klickst du auf einen Punkt auf der Karte, siehst du sofort, ob dort ein Flug erlaubt ist, welche Regeln (z. B. maximale Flughöhe) gelten oder ob der Ort komplett gesperrt ist.

2. Praktische Apps für unterwegs
Neben der Browser-Karte von dipul nutzen die meisten Drohnenpilot:innen Apps auf dem Smartphone, die dir direkt am Standort deinen Status anzeigen:

  • Droniq Maps / TraX: Eine der bekanntesten Apps in Deutschland (in Kooperation mit der Deutschen Flugsicherung). Zeigt dir Geozonen, Wetterbedingungen und Luftverkehr in Echtzeit an.
  • DJI Fly App (oder Hersteller-App): Wenn du eine Drohne von DJI nutzt, hat die eigene Steuerungs-App bereits eingebaute Geo-Locking-Funktionen und Zonenwarnungen. Wichtig: Verlass dich nicht nur auf die Hersteller-App, da sie manchmal nicht alle deutschen Sonderzonen erfasst.

3. Typische Zonen, in denen du aufpassen musst
Grob gesagt gilt: Rot = Tabu, Gelb = Nur mit Auflagen, Grün/Transparent = Grundsätzlich erlaubt.
Besonders vorsichtig sein musst du in der Nähe von:

  • Flughäfen & Flugplätzen: Ein Mindestabstand zu Start- und Landebahnen ist Pflicht.
  • Wohngrundstücken: Über fremde Wohngrundstücke darfst du in der Regel nur mit Zustimmung der Eigentümer fliegen (ausgenommen ganz leichte Drohnen unter 250 g ohne Kamera, aber Fotodrohnen haben ja eine).
  • Naturschutzgebieten: In den meisten Naturschutzgebieten und Nationalparks herrscht striktes Drohnenverbot.
  • Infrastruktur & Behörden: Autobahnen, Bundesstraßen, Oberleitungen, Industrieanlagen, Krankenhäuser, Polizeidienststellen und Gefängnisse müssen meist weiträumig umflogen werden.

Für Bahnstrecken (und Bahnanlagen allgemein) gelten in Deutschland recht klare Sicherheitsabstände gemäß § 21h LuftVO.

Grundsätzlich gilt: Bahnanlagen sind geschützte Infrastruktur, daher darfst du dort nicht einfach nach Belieben drüberwegfliegen.
1. Der Standard-Abstand: 100 Meter

  • Die Grundregel: Zu Bahnanlagen (Gleise, Bahnhöfe, Stellwerke etc.) musst du grundsätzlich einen seitlichen Sicherheitsabstand von mindestens 100 Metern einhalten.

2. Die Ausnahmen: Wann darfst du dich annähern?
Es gibt im Gesetz konkrete Ausnahmen, mit denen du dich Bahnstrecken nähern darfst:

  • Die 1:1-Regel (mit Mindestabstand): Du darfst dich der Bahnstrecke auf bis zu 10 Meter seitlich nähern, solange deine Flughöhe kleiner oder gleich dem seitlichen Abstand ist.
  • Beispiel: Bist du 20 Meter seitlich von den Gleisen entfernt, darfst du maximal 20 Meter hoch fliegen. Bist du 10 Meter entfernt, maximal 10 Meter hoch.
  • Ausdrückliche Zustimmung: Liegt eine ausdrückliche Genehmigung bzw. Zustimmung des Betreibers (z. B. der Deutschen Bahn) vor, darfst du auch näher ran oder die Gleise überfliegen.

3. Was ist mit dem Überfliegen von Gleisen?

  • Freizeitflüge / Kameraflüge: Ein Überfliegen von aktiven Bahnstrecken ist für Hobbypiloten in der Regel nicht erlaubt (außer mit expliziter Sondergenehmigung/Zustimmung des Netzbetreibers).
  • Risiko von Ablenkung: Zudem musst du sicherstellen, dass Lokführer nicht durch Drohnenlichter oder die Drohne selbst irritiert oder abgelenkt werden.
  • Fazit für die Praxis: Halte zu Bahngleisen immer ausreichend Sicherheitsabstand und nutze die dipul-Karte (Map Tool). Dort werden Bahnstrecken direkt als Sperr- bzw. Beschränkungszonen hervorgehoben.

Tipp vor dem ersten Start: > Wenn deine Fotodrohne eine Kamera hat oder mehr als 249 Gramm wiegt, musst du dich als Betreiber beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA) registrieren (du bekommst dann eine e-ID, die auf die Drohne geklebt werden muss) und eine gesetzlich vorgeschriebene Drohnen-Haftpflichtversicherung besitzen!



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